Das Murex Manado Resort befindet sich auf der Festlandseite Manados, direkt am Strand mit Blick auf das Meer und dem Manado Tua. Malerisch durchziehen Bachläufe den Garten, viele große Bäume, Palmen und Vegetation spenden den Bungalows zusätzlich Schatten. Es gibt größere Teiche, in denen Seerosen blühen und große Goldfischkarpfen schwimmen. Den Grundstein für die Murex Resorts legte Herr Dr. Batunda – ein leidenschaftlicher Meeresbiologe, der sich Zeit seines Lebens der Erforschung der hiesigen Meeresvielfalt widmete und viel zur Errichtung des Bunaken Nationalparks beitrug. Heute führt seine Tochter das Familiengeschäft fort. Wahrscheinlich auch den vielen deutschen Gästen geschuldet, spricht Tauchbasenleiter Pim aus den Niederlanden ausgezeichnetes Deutsch.
Ich legte im Murex Manado einen kompletten Tauchtag ein. Morgens ging es für zwei Tauchgänge zu Spots nahe dem Manado Tua. Und schon bei der Hinfahrt hatte ich eine unvergessliche Begegnung: Pottwale! Und zwar gleich drei Exemplare, eine magische Begegnung! Der Kapitän schaltete den Motor aus, geräuschlos glitten wir fast nur eine Armeslänge an sie heran. Ich sprang auf dem Boot auf und ab, war so außer vor mir, dass ich nur mit Mühe die Kamera in der Hand halten konnte. Auf einmal kamen sie in Bewegung. Das Boot schaukelte und schließlich verschwanden sie mit ihrer Schwanzflosse in größere Tiefen – alles jubelte! Pim erklärte mir wenig später, dass erst kürzlich auch Killerwale in den Gewässern unterwegs waren und auch Delfine häufig die Boote begleiten.
Ein bemerkenswerter Tauchplatz, aber der etwas anderen Art ist in Manado der Tauchspot Moto: Dies ist ein seichter Muddiving Spot an der Küstenmauer, bei dem etliche ausgediente Motorräder nebeneinander aufgestellt stehen und nun seltenen Critter-Exoten als Unterschlupf dienen.
Bangka-Robinsonade mit Affeneinlage
Gleich am folgenden Morgen ging es zur nächsten Station, zum Murex Bangka Resort auf der gleichnamigen Insel Bangka an der äußersten Nordspitze von Sulawesi. Hierbei zeigt sich der Passport to Paradise von seiner schönsten Seite: Auf dem Tauchboot sind alle Reisekoffer sicher verstaut und man selbst nutzt den Anreiseweg, um an den abgelegenen Spots abzutauchen – genial.
Das Murex Bangka liegt prominent, an der vielleicht schönsten Stelle der Insel, gesäumt von Sandstrand und türkisblauen Wasser, rundherum nichts als die weite Tropenvegetation. Mein Lieblingsort war definitiv die Hängematte zwischen Bäumen, direkt am Strand, von wo aus ich mit einem Bintang-Bier versorgt den Sonnenuntergang genoß.
Die Tauchplätze boten mir nochmal ein ganz anderes Bild: Es gibt sanft abfallende Hänge, mit großen Riffblöcken und Felsen, die auf mich wie die Hochhäuser einer quirligen Megacity wirken und von etlichen Rifffischen bewohnt sind. Manchmal war das Wasser unglaublich klar, so wie am großen Pinacle Batu Punteng, der über einen außergewöhnlichen Bewuchs an Federsternen, Weichkorallen und riesigen Seefächern verfügt.
Von Bangka ist man dem Tangkoko Nationalpark besonders nah. Eine Gelegenheit die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte und so brachte mich das Murex Tauchboot aufs Festland, wo mein Guide Rico samt Fahrer mich schon erwartete.
Tangkoko Nationalpark mit Rico
Der Tangkoko Nationalpark macht die Naturerfahrung in Nordsulawesi komplett: Schopfaffen-Makaken streifen in großen Gruppen durch die Wälder und hier ist der kleinste Primat der Welt zu Haus, der Tarsier bzw. Koboldmaki. Besonders exotische Vogelarten sind hier verbreitet wie der Hornbill-Nashornvogel oder der Maleo, der seine Eier mittels vulkanischer Erdwärme ausbrütet.
Das Schutzgebiet erstreckt sich rundum den gleichnamigen, etwa 1.300 Meter hohen Tangkoko Vulkanberg und wurde bereits 1919 zur Kolonialzeit durch die Niederländer gegründet.
Mein Guide Rico ist ein aufgeweckter, pensionierter Schullehrer, der auf jede meiner Fragen eine Antwort hatte. Nach einem köstlichen Mittagessen in einem Warung (einheimisches Restaurant), streiften wir wenig später mit einem Parkranger durch den Dschungel. Teils führte der Weg durchs dichte Gestrüpp vorbei am mächtigen Wurzelwerk riesiger Ficusbäume. Mit einem „Stopp“ bedeutet Rico mir, da ist was… und mit einer bestimmten Pfeifmelodie näherte er sich einen „Sulawesi-Zwergfischer“ – Eine schöne Eisvogelart und eine interessante Erscheinung, die es hier in verschiedenen Federkleidern gibt.
Wir machten uns weiter auf den Weg, bis es von beiden Seiten aus dem Gebüsch raschelte. Rico meint, wir sollten langsamer gehen. Und nach und nach schlossen sich uns Schopfaffen an. Wir gingen eine Weile weiter und plötzlich befand ich mich inmitten von ca. 30 bis 50 Individuen. Das war unglaublich beeindruckend und wir gingen wie als Teil der Gruppe mit ihnen. Hier in der freien Wildbahn ist das Verhalten der Tiere noch weitgehend unverfälscht von Menschen und man kann sie hier ganz natürlich beim „socialising“ beobachten: Sie lausen sich gegenseitig, kümmern sich um den Nachwuchs oder geben sich rasante Verfolgungsjagd durchs Blattwerk.
Wir verweilten dort einige Zeit und hielten dann weiter Ausschau nach Tarsiern. Und wir hatten Glück: Tatsächlich entdeckten wir hierbei Couscousbären träge in den Ästen hängen. Und auch Tarsier fanden wir, gut versteckt vor dem Tageslicht in den Bäumen. Eines war sogar auf Sichthöhe, dass mich mit großen Kulleraugen aus dem Geäst anblickte. Ich näherte mich ihm vorsichtig mit der Kamera (bitte keinen Blitz verwenden) und wie bei Rico begann ich zu Pfeifen… das interessierte ihn und plötzlich sprang er mit einem Satz auf einen vorderen Ast, so dass ich darüber erschrocken, nach hinten fallen musste, was mir fröhliches Gelächter einbrachte.